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Wer versteht eigentlich was auf dem Hundefutter steht?

Hundefutter - Deklaratino - Erklärung

Hundefutter – Deklaratino – Erklärung

Wer versteht eigentlich was auf dem Hundefutter steht?

Futtermittelhersteller müssen genau deklarieren, was im Futter drin ist. Aber welcher Hundebesitzer kennt sich denn so richtig damit aus und weiß auch was es bedeutet? Dosendeutsch muss gelernt sein.

Bei der Zusammensetzung gilt: was zuerst genannt wird macht den größten Anteil aus, was am Ende steht demnach die geringste Menge. Steht an erster Stelle also z.B. Reismehl, kannst du dir sicher sein, dass also mehr Getreide als Fleisch enthalten ist.

Hier wird euch auch mal erklärt, was die Fachbrgiffe auf Hundefutter bedeuten, die sich unter Analytische Bestandteile finden lassen:

Rohfaser:

Fachspezifische Bezeichnung als recht ungenaue Zusammenfassung einer Gruppe von pflanzlichen Stoffen, die überwiegend in den Zellwänden pflanzlicher Zutaten lokalisiert und konzentriert sind. Aufgaben: Rohfaser bietet Nahrung für die Verdauungstrakt-Flora, welche daraus kurzkettige Fettsäuren und somit Energie für die Zellen vor Ort gewinnen kann. Bestimmte Rohfaserqualitäten können prebiotische oder präbiotische Wirkung haben (postive Beeinflussung der Zusammensetzung der Darmflora). Ferner reguliert Rohfaser die Aufenthaltsdauer und die Quellung des Verdauungsbreies im Verdauungstrakt und sie putzt den Darm.

Rohasche:

Dies ist die Summe aller Mineralstoffe oder Mineralien eines Einzel- oder Mischfuttermittels, bestehend aus Mengenelementen (die im Bereich von Prozenten oder doch Gramm/Kilogramm in der Nahrung vorkommen und auch gebraucht werden) und Spurenelementen (welche nur in Spuren, also gemessen in mg/kg vorkommen und benötigt werden), gemeinsam als Reinasche bezeichnet, dazu kommen ggf. Sand und erdige Verunreinigungen (z.B. bei Rüben oder tief geschnittenem Heu, sonst im Futtermittelsektor kein Thema, dort ist dann Reinasche praktisch gleichviel wie Rohasche). Im Rahmen der sogenannten Weender Analyse zur Grob-Charakterisierung der Rohnährstoffe von Futtermitteln wird die Rohasche durch Verbrennen einer Futterprobe oberhalb 500°C ermittelt, da Reinasche und Sand hitzebständig sind und eben bei der „Hitzeanalytik“ als ein gewichstmäßig erfassbares und prozentual auszudrückendes Häufchen Asche übrigbleiben. Der reine prozentuale Wert von Rohasche sagt überhaupt nichts über die Qualität, dazu müssen die enthaltenen Elemente schon einzeln bestimmt werden. Mineralfuttermittel haben einen Anteil von über 30% Rohasche. Rohaschegehalte sind also nichts Negatives, sondern sie dienen der Versorgung mit Mengen- oder Spurenelementen aus dem Reich der Mineralien. Der Chemiker nennt die Asche (den Verbrennungsrückstand einer Probe) auch „anorganische Bestandteile“ und unterscheidet sie so von Wasser (Feuchtigkeit) und den sog. organischen Bestandteilen Protein (Rohprotein), Fett (Rohfett), pflanzlichen Zellwandbestandteilen (Rohfaser) und Kohlenhydraten im engeren Sinne (NfE).

Fettgehalt:

So bezeichnet man die Summe aller Fette (=Lipide; dazu gehören auch die Öle, da dies nur Fette sind, die bei Raumtemperatur flüssig sind), Wachse und anderer fettähnlicher Substanzen (sog. Lipoide). Sie sind nach Aufschluss in Salzsäure analytisch darstellbar, im Rahmen der sogenannten Weender Analyse zur Grob-Charakterisierung der Rohnährstoffe von Futtermitteln (siehe auch Rohprotein, Rohfaser, Rohasche) werden jedoch wegen des vereinfachten, eben „rohen“ Verfahrens alle Fettverwandten (Wachse und Lipoide) miterfasst. Für den Körper als Langzeit- und Speicher-Energieträger entscheidend ist jedoch der Reinfett-Gehalt. Reine Fette und Öle bestehen aus der biochemischen Verbindung von Glyzerin und Fettsäuren. Zur Qualität von Futter kann also nur anhand des Rohfett-Wertes kaum etwas gesagt werden, wenn man die Zutaten nicht kennt. Oder man muss zusätzlich die Fettsäuren in Menge und Beschaffenheit analysieren.

Protein:

Ein grober, „roher“ Summenwert für eiweißähnliche Substanzen in Gemeinschaft mit proteinähnlichen Stoffen oder allen Verbindungen, welche Stickstoff enthalten wie Harnstoff oder Chitin o.ä.. Im Rahmen der sogenannten Weender Analyse zur Grob-Charakterisierung der Rohnährstoffe von Futtermitteln (siehe auch Rohfett, Rohasche und Rohfaser) wird nämlich durch das dort vorgeschriebene Verfahren der Stickstoffgehalt einer Probe bestimmt, was auch Sinn macht, da alle Aminosäuren (siehe dazu Eiweiß) von Natur aus Stickstoff enthalten. Sodann wird rechnerisch durch Faktoren auf den Proteingehalt geschlossen. Rohprotein alleine sagt nichts zur Wertigkeit oder Verdaulichkeit aus, dazu muss man die Zutaten kennen und/oder das Reinprotein ermitteln und weiter in seine Aminosäuren aufschlüsseln. Zutaten wie Gelatine oder Griebenmehl enthalten z.B. beide grob analytisch über 80% Rohprotein. Dabei ist Griebenmehl ein sehr hochwertiger Fleisch-Proteinträger, Gelatine ist wegen der Einseitigkeit und dem Fehlen wertvoller Aminosäuren ein Bindemittel, aber keine gute Eiweißquelle.

Phosphor:

Ein Mengenelement unter den Mineralien, siehe Rohasche. Phosphor liegt in der Natur meist als Phosphat vor. Der Phosphorgehalt ist als Deklarationswert in Mineralfuttermitteln zwingend, bei anderen Mischfuttermitteln ist seine Angabe freiwillig, aber zunehmend erwünscht. Da er Teil der Rohasche ist, darf er bei Summenbildungen aus den Rohwerten der Weender Analyse nicht mit hinzuaddiert werden. Phosphor kann in den Rohstoffen enthalten sein oder wird den Mischfuttermitteln je nach Zielsetzung und Zielorganismus über mineralische Einzelfuttermittel zugesetzt. Das chemische Element Phosphor spielt gemeinsam mit Calcium (siehe dort) eine wichtige Rolle im Knochen- und Zahnbau.

Calcium:

Ein Mengenelement unter den Mineralien, siehe Rohasche. Calcium stammt entweder aus mineralischen Naturstoffen wie Kalksteinen oder biologischen Substanzen (Schalen von Muscheln, Gehäuse von Schnecken, Rückenschilder von Tintenfischen = Sepiaschale, Kalk-Algen) oder aber aus technischer Darstellung von Futterkalk (Calcium in der Verbindung Calciumcarbonat). Pflichtangabe bei Mineralfuttermitteln, sonst freiwillig, aber zunehmend vom Verbraucher erwünscht. Da der Calciumgehalt ein Teil der Rohasche ist, darf er bei Summenbildungen aus den Rohwerten der Weender Analyse nicht mit hinzuaddiert werden. Calcium kann in den Rohstoffen/Zutaten einer Futtermischung enthalten sein oder wird den Mischfuttermitteln je nach Zielsetzung und Zielorganismus über mineralische Einzelfuttermittel zugesetzt. Das chemische Element Calcium spielt gemeinsam mit Phosphor (siehe dort) eine wichtige Rolle im Knochen- und Zahnstoffwechsel sowie im Immunsystem.

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Autor: ortwino
Veröffentlicht in: Ernährung Hund, Hund, News, Top Artikel

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